Artikelempfehlung: Arzt ohne Grenzen / Der dreifache Chefarzt (NZZ am Sonntag)

Eine Recherche der NZZ am Sonntag zeigt, wie Prof. Dr. Daniel Fink, der Leiter der gynäkologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich, vorgibt, bis zu vier Privatpatientinnen gleichzeitig zu operieren und zu untersuchen. Das ist ganz dicke Post – was für Vorbilder sollen solche Professoren sein?

 

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«Arzt ohne Grenzen» – «NZZ am Sonntag», 1. März 2020
Autor: Michael Furger
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Kommentare: 1
  • #1

    JUTZI Hans (Samstag, 04 Juli 2020 15:24)

    USZ: CEO's zu beurlauben, krank zu schreiben und Whistleblower zu entlassen, ist keine Lösung

    Ende des letzten Jahrhunderts wurde moniert, dass es Ärzten in leitender Stellung an betriebswissenschaftlicher Ausbildung fehle. Nota Bene führten schon damals die Chefärzte bei ihren Privatpatienten die Operationen nicht von Hautschnitt bis Hautnaht selber aus. So profitierten, wie in jedem KMU, mehr Patienten vom spezifischen Fachwissen des Chefs und mehr junge Ärzte konnten durch solche «Paralleloperationen» ausgebildet werden.
    Heute gibt es fähige Chefärzte, die als CEO’s einerseits und als Wissenschaftler andererseits Kliniken so führen, dass ihr Fachwissen mehreren Patienten gleichzeitig zu Gute kommt und mehr junge Ärzte parallel ausgebildet werden können (die jungen Ärzte haben durch Reglementierung ja immer kürzere Arbeitszeiten, sollten aber trotzdem genügend Erfahrung sammeln können). Die Honorare entlöhnen nicht nur die manuelle Tätigkeit, sondern viel mehr auch die intellektuelle Leistung (Wissenschaftliche Arbeit, Ausbildung, Weiterentwicklung des gesamten Betriebes, Organisation etc.), die in der heutigen Medizin unerlässlich ist. Wenn nun auf dieser Ebene Unregelmässigkeiten auftreten, so liegt das nicht in erster Linie an den Chefärzten oder an der Politik, sondern an der Kontrolle durch die oberste Führung, dem Spitalrat entsprechend dem Verwaltungsrat.
    Statt die CEO’s zu beurlauben, krank zu schreiben und Whistleblower zu entlassen, müssten fähige Leute besser eingesetzt werden. Es wäre deshalb begrüssenswert, wenn sich Spitalräte analog zu den Medizinern ebenfalls massiv weiter- und ausbilden würden, damit sie fähig werden, einen Betrieb mit 10'000 Angestellten professionell zu strukturieren und zu führen.
    Seien sie nicht erstaunt, wenn gute Ärzte so in die Privatwirtschaft getrieben werden und damit ermöglichen, dass Geld aus dem schweizerischen Gesundheitssystem ins Ausland fliesst !


    Hans JUTZI; MD, EMBA-HSG
    Leuengasse 5
    CH-8142 Uitikon-Waldegg

    M +41 79 217 98 18