Boni im Spital sind schädlich

Eine Arbeitsgruppe der Akademie Menschenmedizin mit erfahrenen Führungspersonen fordert Fixlöhne für alle im Gesundheitswesen.

Tagesanzeiger, 13. Mai 2017

Ein Fünftel der Chefärzte, knapp ein Viertel der leitenden Ärzte sowie Direktoren bekommen einen Bonus für ihre Arbeit.

Boni kennt man aus der Finanzwelt – sie werden für Umsatzsteigerungen ausbezahlt. Für welche Umsatzsteigerungen werden die Boni an Ärzte und Ärztinnen ausbezahlt? Für jedes zusätzlich eingesetzte Knie? Jede entfernte Gebärmutter?

Boni im Gesundheitswesen sind unethisch und schädlich.

Das Thema heute als Gastbeitrag der interprofessionellen Arbeitsgruppe der Akademie Menschenmedizin mit erfahrenen Führungspersonen im Tagesanzeiger.
Am Artikel beteiligt in alphabetischer Reihenfolge:

  • Stephan Bachmann, Direktor REHAB Basel;
  • Prof. Dr. Konstantin Beck, Mitglied der Direktion, Leiter CSS Institut;
  • Dr. R. Binswanger, ehemaliger Chefarzt;
  • Dr. Richard Bisig, ehemaliger Spitaldirektor und Verwaltungsratpräsident; Frau Dr. Brida von Castelberg, ehemalige Chefärztin;
  • Frau Annina Hess-Cabalzar, ehemaliges Spitalleitungsmitglied und Präsidentin Akademie Menschenmedizin;
  • Dr. Christian Hess, ehemaliger Chefarzt;
  • Frau Dr. Margrit Fässler, Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Felix Speiser (Montag, 29 Mai 2017 16:56)

    Mal laut gedacht:
    Vielleicht sollte man einmal über die Formulierung einer Initiative zur generellen Abschaffung von Boni mit alternativen Belohnungskonzepten nachdenken. Wenn eine Arbeit gemäss Jobbeschrieb richtig gemacht wird, dann erhält man heute mormalerweise dafür einen festgelegten und angemessenen Lohn. Wenn die Arbeit nicht richtig gemacht wird, dann droht im schlimmsten Fall eine Kündigung. Wenn während der Ausübung einer normalen Arbeit eine einmalige herausragende Leistung vollbracht worden ist, dann soll diese gewürdigt und belohnt werden. Das kann aber immer nur eine Ausnahme sein, denn eine normale Jobausübung, so komplex und schwierig diese auch sein mag, ist eben gemäss Jobbeschrieb normal und nicht einmalig. Wenn nun ein Job nur dann richtig gemacht werden kann, wenn dies mit aussergwöhnlichen Würdigungen (Boni) verknüpft ist, dann heisst das doch, dass alle Mitarbeitende, die keine Boni erhalten, keinen richtigen Job machen, und das wäre die Mehrzahl aller Arbeitenden, und dann stimmt mit unseren Arbeitsstrukturen tatsächlich vieles nicht mehr. Boni in der Arbeitswelt stehen leider oft für arrogante und menschenverachtende Arbeitsstrukturen und schaden jedem Betrieb. Ans Lebendige geht es dabei natürlich im Gesundheitswesen.
    LG Felix

  • #2

    Alder Judith (Montag, 29 Mai 2017 17:26)

    Belohnung für den einen, ans Portmonee beim andern....
    Was ausgegeben wird muss auch eingenommen werden. Von Anreizsysteme leben viele Institutionen. Kreativ wer dies ohne Boni erreicht! Vor allem wer sich innovativ bezeichnet, sollte zum Beispiel mit Weiterbildungen fürs Personal punkten. Falls es Gelder gibt, könnte man auch einen Fond dafür bereitstellen. Also ich hoffe, dass es Vorstösse im Kantonsrat zu diesem Thema gibt. Ebenso hoffe ich auf neue innovative Führungskräfte im Gesundheitswesen!
    LG. Judith Alder